Am 30.12.2024 rief der Generalsekretär der UNO, Antonio Manuel de Olivera Guterres, die Staaten der Erde zu mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Klimakrise auf: „Die vergangenen 10 Jahre waren die heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und damit eine Dekade der tödlichen Hitze. Die Welt erlebt den Zusammenbruch des Klimas in Echtzeit. Wir müssen diesen Weg ins Verderben verlassen und wir haben keine Zeit zu verlieren.“
Das Erd-Beobachtungsprogramm Copernicus von EU und ESA erhob die erforderlichen Messdaten und berechnete daraus, dass im Jahr 2025 die über die Erdoberfläche und über das Jahr gemittelte Luft-Temperatur in zwei Meter Höhe bei 14,97°C lag und im ersten Halbjahr 2026 aufgrund des globalen anthropogenen Treibhauseffekts auf den neuen Rekordwert von 15,40°C stieg. Der August 2026 war weltweit der wärmste August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Auch in Deutschland ist der Klimawandel bereits zur Klimakrise mutiert: Am 20.08.2026 meldete das Robert-Koch-Institut in Berlin für den Zeitraum vom 06.04.2026 bis zum 09.08.2026 bundesweit die höchste jemals gemessene Mortalitätsrate von mindestens 14.000 Hitzetoten in 126 Tagen, also mindesten 111 Hitzetote pro Tag oder alle 13 Minuten ein Hitzetoter.
Als „Gegenmaßnahme“ setzt die amtierende Bundesregierung – dank Bundesministerin Katherina Reiche – neue Maßstäbe beim Schleifen des Klimaschutzes. Gleichzeitig erklärt Bundeskanzler Friedrich Merz den Hitzeschutz in Deutschland zur alleinigen Aufgabe der Kommunen.
Echter Hitzeschutz geht anders!
„Global denken, lokal handeln“
Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz und damit in Deutschland Aufgabe für Bund, Länder, Kreise und Kommunen.
Notwendig sind daher:
verbindliche Hitzeschutz-Aktionspläne, die nicht erst greifen, wenn die Hitzewelle schon da ist, sondern Vorsorge treffen und Zuständigkeiten festlegen,
eine zentrale Koordinierung, gepaart mit interdisziplinärer und interkommunaler Zusammenarbeit,
ein zuverlässiges Warn- und Informationssystem,
die besondere Beachtung von Risikogruppen, wie etwa alte Menschen, chronisch Kranke, Säuglinge und Kleinkinder ,
die Reduzierung von Hitze in Innenräumen,
kühle öffentliche Orte, wie etwa Bibliotheken und andere öffentliche Gebäude, beschattete, entsiegelte Plätze und Grünflächen,
Bäume, begrünte Dächer und Fassaden, Trinkwasserbrunnen und andere, öffentlich zugängliche Trinkwasserspender,
langfristige Entwicklungskonzepte, wie etwa die Konzepte „Schwammstadt“ und „Wiedervernässung von Mooren“,
die Integration der Arbeitswelt: Menschen auf Baustellen, in der Pflege, in Werkshallen oder Lieferdiensten brauchen bei extremer Hitze angemessene Schutzmaßnahmen, Arbeitszeiten, Pausen, Schattenplätze und Trinkwasserversorgung.
Damit Hitzeschutz funktioniert , muss klar geregelt sein, wer wann wo was tut und von wem die jeweilige Hitzeschutz-Aktion bezahlt wird!
Hitzeschutz ist als Gesundheitsschutz Teil des Rechts auf körperliche Unversehrtheit und daher ein Persönlichkeitsrecht und somit implizit ein Menschenrecht!